top of page

Was manche über uns sagen – und was wirklich Sache ist

  • marceleckhoff
  • 1. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Jan.


1. “Die betteln nach Geld.”



Wer “betteln” sagt, sollte das Wort vorher nachschlagen. Betteln heißt: jemanden aktiv, wiederholt und dringend um Geld anflehen. Ich habe in 12 Wochen Bus-Besitz genau zwei Mal überhaupt erwähnt, dass es ein Spendenkonto gibt – einmal davon im Campermen-Podcast, weil Henning aus eigener Begeisterung meinte, ich könne das gerne ansprechen. Henning ist ein herzlich guter Mensch, Vater, Hundebesitzer, Hamburger, und jemand, den man problemlos als Vorbild bezeichnen kann. Die Aufnahme war pure Freude.

Wichtig: Spenden sind freiwillig. Niemand muss. Niemand soll. Es geht nicht darum, unseren Ausbau finanzieren zu lassen. Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen, anderen Kindern und Tieren im Ausland zu helfen.


Ja, ich habe am Anfang mein GoFundMe falsch strukturiert. Ein Infofenster forderte “volle Transparenz”, also listete ich alles auf – ohne darüber nachzudenken, wie das rüberkommt. Mein Fehler, eigene Unachtsamkeit, und ich sage das klar. Wir zahlen jede Rechnung selbst. Vier- bis fünfstellige Beträge in zwölf Wochen – alles aus eigener Tasche. Das Spendenkonto ist inzwischen überarbeitet und eindeutig formuliert.


Spendenkonto:



2. “Die armen Kinder. Die brauchen Schule, ein Zimmer, Freunde.”


Meine Kinder sind 2 und 5. Sie dürfen sich frei bilden, solange sie das wollen. Wir leben nicht im Bus, um sie wegzusperren, sondern um mehr Natur in unseren Alltag zu bringen. Der Bus ist für Schlafen, Kochen, Bad. Der Rest passiert draußen.


Freunde? Haben sie weltweit. Sozialisierung? Läuft. Bildung? Anders, aber nicht schlechter. Wenn später ein Schulabschluss gewünscht ist, melde ich sie als externe Prüflinge an – wurde schon zigfach erfolgreich gemacht. Elia Stein, Lukas Dudek, Chris Fader, Lisa Edelhäußer, Maike Krass… und die großartige Vera Birkenbihl hat über solche Modelle schon vor Jahrzehnten gesprochen.



3. “Der Bus ist zu lang, zu hoch, zu schwer – das wird nie zugelassen.”


Ich bekomme täglich Nachrichten von Menschen, die bereits Fahrzeuge nach §70 und §21 durchgebracht haben. Die Kontakte schütze ich – logisch. Niemand will, dass diese Leute überrannt werden.

Seit 12 Wochen prasselt Kritik auf mich ein. Aber: Jedes Hate-Kommentar ist Benzin. Es zeigt mir, wie ich nicht leben will. Und das meine ich ohne Bewertung. Wir haben uns VOR dem Kauf informiert. Ja, die Zulassung hängt von der jeweiligen Stelle ab. Ja, wir kennen die möglichen Hürden. Und trotzdem: wir gehen den Weg – bewusst, informiert, standhaft.



4. “Damit kommt ihr nirgendwo hin und dürft nirgends stehen.”


Wir fahren überwiegend zu Freunden – mit Grundstücken, Platz und offenen Türen. Es gibt XXL-Stellplätze, Busparkplätze und Lösungen. Ja, es braucht Planung. Ja, es ist aufwendiger als mit einem Kombi. Aber genau das ist der Preis für etwas, das wir wollen: Freiheit, Raum, Mobilität.



5. “Wie finanzieren die das eigentlich?”


Ganz einfach: Wir haben 6 Jahre lang keinen Urlaub gemacht. Marcel hat einen guten Arbeitgeber und ein gutes Gehalt. Ich bin Birthkeeperin und Breastkeeperin (freie Geburtsbegleitung + Stillberatung), ausgebildet von Hebammen und Ärzten, ohne selbst den Titel zu tragen – korrekt und transparent. Marcel bleibt bis Juli 2027 angestellt, dann geben wir das Leasingauto ab und verlassen Deutschland. Nicht spontan, sondern seit Jahren geplant.



6. “Die wollen vor irgendwas fliehen.”


Nein. Flucht entsteht aus Angst. Unser Schritt entsteht aus Mut.Jedes Land hat Vorteile und Nachteile. Wir wollen anderes Essen, andere Mentalität, anderes Wetter, andere Orte. Wir wollen frei reisen, nicht fliehen. Wir möchten nicht mit 80 Jahren sagen:“Schade, dass wir uns nie getraut haben.”



7. “Dafür braucht ihr den D-Führerschein.”


Für unser Projekt nicht. Wir brauchen C, weil das Gewicht nach dem Umbau relevant ist. Ja, der Bus war ein M3-Fahrzeug. Nach §70/21 wird er zum Sonder-Kfz Wohnmobil. Marcel hat seinen C bereits und selbst bezahlt. Ich starte im Januar.



8. “Ist das ein alter BVG-Bus?”


Ja. 2009–2020 Berlin Linienverkehr, 2020–2023 Schulbus in Lingen.BZ Berlin und NOZ Lingen haben berichtet.



9. “Du beantwortest frech, du sülzt, du nutzt Herzen zu viel.”


Ich bedanke mich ehrlich für jedes gute Wort, jeden Tipp, jede Kritik, aus der man wirklich etwas ziehen kann. Wenn Kommentare unsinnig sind, antworte ich manchmal mit Ironie. Humor ist Teil meines Wesens.

Und ja: Wahrnehmung hängt vom eigenen Zustand ab. Schlechter Tag – Fokus auf Negatives. Guter Tag – Fokus auf Wunder. Deshalb mein Appell: Wenn du unzufrieden bist, schreib es in ein Journal statt in die Kommentarspalte anderer Menschen. Stefanie Stahl hat dazu fantastische Bücher.



10. “Klebesolar ist das Dümmste, was man machen kann.”


Kommt aufs Fahrzeug an. Bei unserer Höhe gibt es keine Alternative. Klebesolar ist flach (mm bis 1 cm), Rahmen ist unmöglich. Nachteile kennen wir: weniger Ertrag, mehr Hitze, kürzere Lebensdauer. Aber: unser Bus, unsere Bedingungen, unsere Lösung. Wenn jemand niedriger baut, ist Rahmenbau die bessere Variante. Jeder Bus ist individuell – und das ist gut so.



11. “Ein normaler Camper hätte gereicht. Oder ein Haus.”


Wir wollen dauerhaft leben – nicht zweimal im Jahr campen. Ein Serien-Wohnmobil deckt unsere Bedürfnisse nicht. Wir brauchen Waschmaschine, Geschirrspüler, Dusche, Toilette, ordentliche Küche, Arbeitsplatz, Stauraum. Ein Hauskauf? Für uns keine Option. Wir fühlen uns in Deutschland nicht mehr wohl – aus verschiedenen Gründen. Wir wollen ein vollwertiges Zuhause auf Rädern.



12. “Die lassen andere für sich arbeiten und Flo macht nichts am Bus.”


Fakten: Marcel arbeitet täglich 8 Stunden im Job. Ich übernehme Kinder, Haushalt, meine Selbstständigkeit. Nach Feierabend arbeitet einer am Bus und der andere übernimmt die Kids. Wir beide arbeiten jeden Tag – beruflich und am Projekt.


Warum mehr Videos von Marcel existieren?

  1. Die Kinder kleben an mir – schön, aber ich poste sie nicht.

  2. In den letzten Wochen hat er die harte Glasfaserarbeit übernommen.

  3. Alles Organisatorische – Werkstatt, Telefonate, Material, Recherche – mache ich allein. Vollzeit. Parallel zu allem anderen.



13. “Bei so viel Reichweite musst du Kritik abkönnen.”


Kann ich. Aber ich öffne auch niemandem die Tür, der mich anschreit. Und genau so blockiere ich Menschen, die sich online respektlos verhalten. Ich halte mich an Menschen, die inspirieren, vorwärtsdenken, Verantwortung übernehmen. Wer meckern will, darf das tun – aber nicht in meinem Wohnzimmer, auch nicht digital.



Zum Schluss


Ich habe jetzt 1,5 Stunden investiert, um Missverständnisse auszuräumen, Vorurteile geradezurücken und klarzustellen, wofür wir stehen. Ich orientiere mich gerne an den Menschen die bereits so leben, wie ich leben möchte. Ich habe noch nie gesehen, dass es einem Hater besser ging, als den Menschen der gehatet wird.


Danke für jedes Like. Danke für jeden Kommentar. Danke für jede Nachricht, jeden Tipp, jede echte Unterstützung. Danke für alles, was aus ehrlichem Herzen kommt.


Ich sehe euch. Ich wertschätze euch.




Social Media: Instagram & TikTok


 
 
bottom of page